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16.05.2012, TT S. 5, "Ja zu mehr Härte, ..."
... H. Zangerle sieht "am Arm packen" als sinnvolle Erziehungsmaßnahme ...
... Scheuch'sche "Tetsch'n is eh no koa Watsch'n" ...

Leserbrief u. Posting auf tt.com:

Nicht nur der Tiroler Fachwelt dürften seit Jahren die immer wieder gleichen, demagogischen Aussagen von Heinz Zangerle beim Gewalt-gegen-Kinder-Thema bekannt sein. Dass bestimmte Medien ihn regelmäßig zu diesem Thema zitieren, ist auch zu hinterfragen. Seine Aussage zur aktuellen Tetsch'n-Diskussion finde ich aber unerhört.  Als ehemaliger Erziehungsberater des Landes Tirol und (selbst)ernannter Kinderpsychologe das "am Arm packen" als sinnvolle Erziehungsmaßnahme zu bezeichnen ist höchst zynisch. Damit stellt er sich auf die Ebene der Scheuch'schen "a Tetsch'n is eh no koa Watsch'n". Alle mit der Erziehung von Kindern betraute Eltern, Großeltern, PädagogInnen etc. brauchen dementsprechende fachliche Qualifikation und Unterstützung für ihre wichtige Aufgabe. Pädagogische Institute, Erziehungsberatung, Elternbildung usw. sind dafür geschaffene, hoch kompetente Einrichtungen. Erziehen kann nur gelingen im Sinne von unterstützen statt belehren oder am Arm packen.

franz preishuber

Der Bildungsreferent Kärntens Uwe Scheuch hält es für sinnvoll und gut, mittels "kleiner Tetsch´n" zu erziehen und damit den Lehrern (ich gehe jetzt einmal davon aus, dass er dabei auch die Lehrerinnen gemeint hat) mehr "Durchgriffsrechte" an der Schule zu verschaffen. Was immer unter "Durchgriffsrechten" zu verstehen ist: gewaltfrei sind sie sicherlich nicht. Und da der Gewaltverbotsparagraph 146a ABGb auf ihn offensichtlich nicht durchgegriffen hat - wie denn auch, so ganz ohne Gewalt - schlägt Herr Scheuch doch tatsächlich einen Rechtsverstoß als pädagogische Maßnahme vor.  Weil die "Tetsch´n" ja laut Herrn Scheuch von der "Watsch´n" ganz klar zu differenzieren ist, holt er noch ein bisschen weiter in dieselbe Richtung aus: Das Durchgreifen könne ja auch als Nachsitzen oder Strafarbeit ausgeführt werden. Dass auch dieses verboten ist, ist ihm offenbar ebenfalls entgangen.  Selbst wenn Herr Scheuch nun - erfolglos - versucht, wieder zur Gesetzestreue zurückzukehren und  seinen Aufruf zur körperlichen Gewalt zu bagatellisieren, indem er die nicht-körperliche Gewalt als Alternative vorschlägt: Dieser "Gewaltverzicht" in der Erziehung aus dem Motiv, ein gesetzestreuer Bürger zu sein, ist nicht nur für einen Bildungsreferenten, sondern für jede und jeden, der mit Kindern und Jugendlichen  zu tun hat (und wer hat das nicht?) nicht nur zu wenig, sondern untragbar. Denn wer nur aus Angst vor Strafe das tut, was dem menschlichen Zusammenleben förderlich ist, ist zwar vielleicht gehorsam, aber nicht mündig, nicht eigenverantwortlich, und handelt unethisch. Dem Erziehungskonzept von Herrn Scheuch folgend wäre er jetzt aufzufordern, sich in die Ecke zu stellen und sich zu schämen. Ich bezweifle allerdings, ob ihm das nützlich wäre - die Chance ist groß, dass er dann vielleicht weiterhin meinen könnte, es hätte ihm nicht geschadet. Gerne aber würde ich Herrn Scheuch statt dessen mehr über den Zusammenhang zwischen Erziehung und Persönlichkeitsentwicklung wissen lassen, denn ich setze auf Bildung in allen ihren Dimensionen statt auf Gewalt. Wie auch immer, Herr Scheuch als Person und Persönlichkeit ist nicht mein Anliegen erster Priorität. Mein Anliegen ist, das, was wir seit Jahrhunderten aus der humanwissenschaftlichen und ganz aktuell auch aus der neurowissenschaftlichen Forschung wissen, unter die Leute zu bringen: Gewalt in der Erziehung ist die Bankrotterklärung der Erwachsenen und schädigt die Entwicklung jedes Kindes nachhaltig. Die Belege dafür sind zahlreichst unter uns. 

Dr. Brigitte Sindelar
Leiterin der Abteilung für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie
der Sigmund Freud PrivatUniversität Wien


.......denn er weiß, was er tut!

Unerträglichkeit hat einen neuen Namen: Uwe Scheuch. In seiner Eigendefinition als politischer Vertreter, wagt dieser Herr sich offen gegen die österreichische Gesetzeslage zu stellen: Der Gewaltverbotsparagraph 146a ABGb lässt keinen Ermessensspielraum, nicht einmal für jene, deren Bewusstsein in der eigenartigen gesellschaftspolitischen Hemisphäre von "Haider Kärnten" konditioniert wurde. Jegliche Form psychischer und physischer Gewalt gegenüber Kindern ist unzulässig - das ist die Botschaft des Gesetzes.

Welche unsägliche Geisteshaltungspiegelt sich in einem Menschen wider, der
- quasi als Privatbotschaft in einer öffentlichen Radiosendung - Lehrer/-innen zugesteht, dass sie sich, wenn sie es als notwendig erachten, mittels einer kleinen 'Tetschn' Respekt verschaffen. 
Herrn Scheuch sein Herz war wohl wieder einmal voll und bekanntermaßen geht einem da der Mund auch schon manchmal über. Doch heraus kommt immer nur das, was in einem drinnen ist.
Da nützt es auch nichts, wenn Herr Scheuch, offensichtlich kurz von seiner Politumgebung gebrieft oder wieder im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte einen Tag nach seinem Ausrutscher zurückzurudern versucht.  Seine Erklärungsansätze wirken peinlich und hilflos. Für seine Aussagen gibt es nur eine Kompensationsmöglichkeit und zwar den sofortigen Rückzug aus allen politischen Funktionen. Österreich kann sich - nach unserer Meinung - derlei verbalisierte Unfassbarkeiten einfach nicht leisten, es sei denn, man findet sich damit ab, dass Anstand keine Kategorie ist, die für die Ausübung einer politische Funktion notwendig erscheint, dann allerdings braucht sich niemand mehr über den Zustand wundern, in dem sich die politische Landschaft befindet.

Kinder haben sich einen Herrn Scheuch einfach nicht verdient, das meinen wir, vom Österreichischen Kinderschutzbund

Christian Vielhaber

 


22.04.2012 Ein Hilfeschrei, der nicht nur von Babys kommt
Der Bund will „Frühe Hilfen“ in ganz Österreich ausbauen. Während Vorarlberg reagiert, tut sich in Tirol nichts. Ein Konzept verschwand in der Schublade.

Von Liane Pircher

Innsbruck – In Sachen Kinderschutz eint Tirol und Vorarlberg ein und dasselbe schreckliche Ereignis: Beide Bundesländer machten mit zu Tode gequälten Kleinkindern Schlagzeilen. Die Fälle „Cain“ und „Luca“ sorgten österreichweit für Aufsehen. In beiden Fällen wurde von allen Seiten betont, dass so etwas nicht mehr passieren dürfe.

Vorarlberg entwickelt sich mittlerweile zum Musterknaben und kann mit zig „Frühe Hilfe“-Programmen aufwarten. Das Land unterstützt gleich drei Pilotprojekte, die alle auf eines abzielen: So früh wie möglich Mütter und Väter in ihrer Beziehungs- und Familienkompetenz stärken. Und zwar mit direkter Hilfe, also nicht mit einem Gespräch in einer Ambulanz oder Beratungsstelle, nein, sondern direkt dort, wo Familie passiert: daheim, in den eigenen vier Wänden. Abgeschaut von Deutschland, wo seit Jahren beste Erfolge damit gemacht werden, weiß man, dass von solchen Maßnahmen vor allem sozial benachteiligte Familien profitieren. „Wir versuchen, die Mütter schon auf den Geburtsstationen zu erreichen und gehen direkt in die Familien hinein. Wir sehen, wie sie leben, und können bei Überforderung helfen, ohne dass wir gleich vom Jugendamt sind“, erklärt Veronika Bitschnau von der „Frühen Hilfe“ München. 17 Fachkräfte sind dort im Einsatz: „Wir sehen die Babys das erste Mal mit zwei Wochen und begleiten bis zu drei Jahre, wenn es notwendig ist.“

Dass die ersten Lebensjahre besonders sensibel und riskant sind, ist belegt: Schätzungsweise 5 Prozent aller Kinder wachsen in Verhältnissen auf, in denen ein Risiko für Vernachlässigung besteht. Zahlen, die auch für Österreich gelten. Nicht zuletzt deshalb drängt das Bundesministerium für Gesundheit in der Kinder-Gesundheitsstrategie (2011) dazu, flächendeckend Modelle der „Frühen Hilfe“ aufzubauen. Derzeit wolle man den Ist-Zustand in den Bundesländern erörtern, heißt es seitens des Ministeriums.

In Tirol herrscht in dieser Hinsicht tote Hose: Bei uns gibt es kein einziges Angebot, das dem Begriff „Frühe Hilfe“ gerecht werden würde. Um Risiken in Familien besser einschätzen zu können, sei die Prüfung der Eltern-Kind-Bindung immer wichtig, betont auch Silvia Rass-Schell. Die Leiterin der Jugendwohlfahrt verweist neben der Juwo auf bestehende Angebote.

Hebammenbesuche, Mutter-Kind- und Erziehungsberatungen sind wichtig, haben mit einer echten „Frühen Hilfe“ aber wenig gemein. Auch die zwei Mitarbeiter an der Schrei­ambulanz der Klinik Innsbruck sind zu wenig. Dabei gebe es bereits seit 2010 ein fertiges „Frühe-Hilfe-Konzept“ für Hochrisikofamilien in Tirol: „Das Projekt ist nicht umgesetzt worden, was an den vergleichsweise sehr hohen Kosten lag. Es sind auch fachlich und inhaltlich nicht alle Fragen geklärt worden“, heißt es dazu aus dem Büro von Soziallandesrat Reheis.

Verwundert über diese Aussage ist die Kinder-, Jugend-, und Erziehungsberaterin Christa Ochabauer. Sie hat einst das spezielle Steep-Konzept (siehe Infobox) erstellt: „Bis heute weiß ich nicht, warum es vom einen Tag auf den anderen in der Schublade verschwand.“ Alle Stellen seien sich einig gewesen, dass es so etwas in Tirol dringend bräuchte. Daran hat sich nichts geändert.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom So, 22.04.2012

7.09.2011 Kinderunsensible Werbung von "Mömax"

Aktuelles Engagement des Österreichischen Kinderschutzbundes in Sachen "Kinderunsensible Werbung"

Anfrage von Dr. Christian Vielhaber, Österreichischer Kinderschutzbund an das Unternehmen "Mömax":
sehr geehrtes marketing team,
ich darf mich in meiner funktion als präsident des österreichischen kinderschutzbundes an sie wenden und hoffe mit meinem anliegen auf verständnis zu stoßen. es ist mir schon klar, dass sie ihre tv-werbespots entsprechend dem image inszenieren, das sie um ihre marke herum aufgebaut haben: jung, frech, anders. dabei sind zwei spots frei gegeben worden, die unserer meinung nach eine völlig unzulässige botschaft suggerieren: in einem land wie österreich, in dem seit mehr als 20 jahren ein gesetzliches gewaltverbot gegenüber kindern gilt (§146 a abgb), scheint es uns einfach unakzeptabel, einen spot, der auf physische gewalt und gegengewalt (schulszene) und einen anderen, der auf psychische gewalt setzt (einem kind wird von seinen großeltern enormes seelisches leid zugefügt), als verkaufsfördernde maßnahme einzusetzen. wir sind davon überzeugt, dass sie ihre diesbezügliche marketingstrategie nicht vor dem hintergrund der uns so wichtigen perspektive der gewaltprävention durchdacht haben und ersuchen sie deshalb, beide spots aus dem programm zu nehmen. wir sind der auffassung, dass es viele möglichkeiten gibt, sich als unternehmen "jung, frech und anders" darzustellen, auch ohne szenarien zu schaffen, die kinder als opfer oder fast noch schlimmer als gewalttäter erscheinen lassen. ich würde mich über eine stellungnahme ihrerseits sehr freuen, die zeigt, dass unsere bedenken ernst genommen werden und kann ihnen versichern, dass ich mich über einen neuen smarten, lässigen aber gewaltfreien spot sehr freuen würde. mit einem dankeschön im vorhinein für ihre reflektierte stellungnahme verbleibe ich mit herzlichem gruß,
ihr christian vielhaber

die beiden oben erwähnten gewalt-spots:
http://www.youtube.com/watch?v=xsczDFVIMW4
http://www.youtube.com/watch?v=OEBdYGg6gxw&NR=1


17.06.2011 Neue Elternbriefe für Eltern von Kindern mit Behinderungen

Eltern von Kindern mit Behinderungen werden vom Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend mit einer neuen Informationsbroschüre unterstützt

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20110617_OTS0059/neue-elternbriefe-fuer-eltern-von-kindern-mit-behinderungen


24.02.2011 War ja nur ein Klaps auf den Popo! – Züchtigungsverbot in Österreich

Artikel 19 UN-KRK, Recht auf Schutz vor Gewalt

Im Alltag mit Kindern kommt man nicht selten an seine Grenzen und ein Gefühl der Ohnmacht bzw. Ratlosigkeit macht sich breit. Ein Meer an Erziehungsratgebern motiviert und lockt mit seinen unzähligen Ideen und praktischen Tipps; doch nur augenscheinlich. Nach den ersten eigenen herben Rückschlägen kommt nicht selten das Gefühl hoch, es niemanden Recht machen zu können, in der Erziehung zu versagen. Die höchst sensiblen Antennen unserer Kinder sind es, die diese menschliche Schwäche scheinbar genau erkennen und uns an den Rand unserer Grenzen bringen. Diese Grenze wird eindeutig dort gesteckt, wo Gewalt im Spiel ist. >>>mehr


03.02.2011 Bericht zur Lage der Kinder- und Jugendgesundheit 2011

hier zum Download mit Bildschirm-Auflösung und mit Druck-Auflösung

Unsere Jugendlichen werden oft als Problem gesehen: hohe Raucherraten, hohe Gewaltbereitschaft, ungesunder Lebenswandel. Aber kein Bursche fällt als 15-jähriger gewaltbereiter Trinker vom Himmel. Kein Mädchen wird als rauchende und essgestörte 14-Jährige geboren. Sie alle haben eine Geschichte, auf die wir Einfluss nehmen können.

Mit „Frühen Hilfen“ erreicht man einen Rückgang von Kindesmissbrauch um 55% und eine um 45% niedrigere Kriminalitätsrate. Dieses System, eklatante Versorgungsmängel und der 2. Bericht zur Lage der Kinder- und Jugendgesundheit in Österreich werden präsentiert.

Pressetext Univ.-Prof. Mag. Dr. Christian Vielhaber, Obmann des Österreichischen Kinderschutzbundes


28.01.2011 Interview für Radio Vlbg. zum Fall Cain

Univ.-Prof. Dr. Josef Christian Aigner war im Samstaginterview von Radio Vorarlberg zum Fall Cain zu Gast. Dabei kritisierte er die Aufrufe zur Lynchjustiz im Internet – diese Menschen würden auf der gleichen Stufe wie der Täter stehen.

Das Interview zum Nachhören


26.01.2011 Kinderschutz in Österreich

Theoretisch ist Kinderschutz den Österreichern wichtig: 86 Prozent der Eltern bezeichnen gewaltfreie Erziehung als ihr erzieherisches Ideal. Der Familienalltag sieht allerdings anders aus: Auch nach zwei Jahrzehnten Gewaltverbot sind Körperstrafen in 70 Prozent der Familien üblich. Die "g'sunde Watschn" gehört zum Erziehungsrepertoire. 16 Prozent der Eltern halten trotz Gewaltverbots das "Hinternversohlen" mit der Hand für legitim.

Das ergab eine 2009 vom Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend herausgegebene vergleichende Länderstudie. Körperliche Gewalt sei Ausdruck eines insgesamt repressiven Erziehungsstils, wer schlage, sanktioniere generell viel, heißt es in der Studie. Dass Gewalt in der Erziehung verboten ist, wissen übrigens nur 32 Prozent der Erziehungsberechtigten.

Interdisziplinäre Arbeitsgruppen zum Schutz der Kinder vor Gewalt sind in der Schweiz und Deutschland selbstverständlich. Österreich hat Aufholbedarf. Hierzulande weiß nur ein knappes Drittel der Eltern, dass Körperstrafen verboten sind. www.netzwerk-kooperation.eu

J. Berger, derStandard, 26.1.11


Caritas Tirol – Interreg Projekt „Kinderleicht“


Neben Informationen zum Präventionsprojekt Kinderleicht der Caritas Tirol und Garmisch-Patenkirchen, finden Fachkräfte, Eltern aber auch Kinder hilfreiche Materialien zum Thema „Kinder aus suchtbelasteten Familien“, die zum Download bereicht stehen z.B. Literaturtipps, Fachartikel oder Links zu anderen kindgerechten Internetseiten zum Thema „Sucht“. Verschaffen Sie sich doch selbst einen Überblick unter: www.projekt-kinderleicht.eu


05.11.2010 Vernetzung mit dem Kinderschutzbund Sachsen

Christa Posch vertritt den Österr. Kinderschutzbund bei der 18. internat. Jahresarbeitstagung in Dresden zum Thema Kinderarmut.


Stellungnahme

des Vereins für Gewaltlose Erziehung - Österreichischer Kinderschutzbund
zu den gewaltsamen und sexuellen Übergriffen auf Kinder und Jugendliche in
Kirche und Gesellschaft

Der Verein für Gewaltlose Erziehung - Österreichischer Kinderschutzbund zeigt
sich über die in den letzten Wochen und Monaten bekannt gewordenen Fälle von
gewaltsamen und sexuellen Übergriffen auf Kinder und Jugendliche schockiert und
betroffen und sieht sich in seinen anhaltenden Bemühungen gegen erzieherische
Gewalt in trauriger Weise bestätigt.

Insbesondere lehnen wir Gewalt, gleich welcher Form, als Erziehungsmittel
grundsätzlich ab. Die in letzter Zeit bekannt gewordenen Vorfälle zeigen in
schockierender Weise, wie sehr seelische, körperliche und sexuelle Gewalt in
den letzten Jahrzehnten bis heute herauf immer noch in erzieherischen
Verhältnissen in Schulen, Internaten, Familien und Autoritätsbeziehungnen an
der Tagesordnung sind.

Diese Vorfälle sind einer zivilisierten Gesellschaft unwürdig und waren es auch
schon in den 60-er und 70-er Jahren des vorigen Jahrhunderts, auch wenn einige
Kommentatoren in den Medien meinen, damals sei so etwas noch 'normal' gewesen.
Die Verbreitung eines Missstandes macht diesen aber noch lange nicht 'normal'.

Wir warnen auch davor, den Blick auf pädagogische Missstände zu sehr auf Fragen
der Sexualität einzuengen; immer noch werden körperliche und seelische Gewalt
und Demütigung verharmlost und in ihrer Bedeutung für die nachhhaltige
Schädigung der Persönlichkeiten Heranwachsender unterschätzt.

Insbesondere sind kirchliche Institutionen gefordert, ihr Personal unter
Bedingungen heranzubilden, die einen menschenwürdigen Umgang und eine reflexive
Auseinandersetzung mit Fragen der Sexualität, der Autorität und der Gewalt
beinhalten. Kinder und Jugendliche dürfen nicht länger in die Hände
unausgebildeter, in ihrer Persönlichkeit unreif gebliebener oder unter
unterdrückten Impulsen leidender Menschen gelangen.

Alle Verantwortlichen in Kirche und Gesellschaft seien hiermit aufgefordert,
diese Dinge rückhaltlos aufzuklären und auch aus der gesetzlichen
Verjährungsfrist keine Verschwiegenheit und keine Banalisierung des
Vorgefallenen abzuleiten. Zusätzlich muss alles getan werden, um im Bereich der
Öffentlichen Erziehung eine verstärkte Professionalisierung der Erzieherberufe
unter Einschluss der Befassung des pädagogischen Personals mit Fragen der
Sexualität, der Autorität und der Gewalt zu etablieren.

Für den Österr. Kinderschutzbund:
Univ.-Prof. Dr. Josef Christian Aigner


Tageseltern in Österreich

Tageseltern stellen durch ein familienähnliches Umfeld bei der Kinderbetreuung eine interessante Alternative zu Krippen, Kindergärten oder Horten dar. In Österreich gab es bisher jedoch kaum Untersuchungen zu diesem Themenbereich. Diese neue Studie trägt dazu bei, die Forschungsdefizite abzubauen.

Im Bericht wird neben den Bedürfnissen der Kinder auch auf die Motive der Eltern bei der Entscheidung für oder gegen eine Tageselternbetreuung eingegangen und die Zufriedenheit mit der Betreuungssituation analysiert. Ergänzend dazu wird die Sichtweise der Tageseltern zu ihrem Arbeitsalltag und den Auswirkungen auf ihr Familienleben dargestellt. Abschließend werden auch die rechtlichen Rahmenbedingungen in den einzelnen Bundesländern sowie das regionale Angebot an Tageseltern dargelegt.

Markus Kaindl, Michael Kinn, Doris Klepp, Irene Mariam Tazi-Preve: Tageseltern in Österreich. Rahmenbedingungen, Zufriedenheit und Motive aus Sicht von Eltern und Tageseltern, ÖIF Forschungsbericht Nr. 3, Wien, Februar 2010. (pdf)

 


 

Babysitterkurse - Großelternseminare

Informieren Sie sich über die Möglichkeit der Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten
auf der Homepage des Familienministerium unter Steuerliche Absetzbarkeit

Ausführliche Informationen zu Großelternseminare finden Sie auf eltern-bildung.at

Für grundsätzliche Fragen zur Abwicklung der Steuerabsetzung wenden Sie sich bitte an das:
Bürgerservice des BMF
Tel.: 0810-001288
Mo-Fr 8.00-17.00

 


 

Schauen Sie sich die sechs Aufgaben an. Fällt Ihnen was auf
13 + 4 = 17
5 + 8 = 13
18 - 10 = 8
25 - 20 = 5
20 - 14 = 6
6 + 4 = 11
Die herzerfrischende Antwort muss lauten: Fünf Aufgaben sind richtig. Sie haben aber gerade gedacht: Die letzte Aufgabe ist falsch. Herzlich willkommen in der Falle. Der ganze Kongress ist reingetappt. Sehen Sie, genau so sind wir gepolt. Wir denken in Defekten. Und das ist nicht gut für unsere Kinder. Erst Stärken wahrnehmen, dann Defizite. Nur so begegnen wir ihnen wahrhaftig und wertschätzend. (Prof. Dr. Sigrid Tschöpe-Scheffler, Direktorin des Instituts für Kindheit, Jugend und Familie, FH Köln)

 


 

Info-Brief

Tiroler Eltern sagen JA zu gewaltFREIer Erziehung

 


 

Der Schweizer Kinderschutz hat sich Gedanken gemacht, wie gewaltfreie Erziehung gelingen kann:

Gewaltfreie Erziehung – einige Tipps

Gut gemacht!

Kinder freuen sich über Lob und Anerkennung genau so wie wir. Sie möchten sich bestätigt und angenommen fühlen. Es ist wichtig, Kinder zu stärken, sie in ihren Absichten und ihrem Handeln zu bestätigen.
Loben Sie Ihr Kind für sein Tun, seine Mithilfe. Loben Sie das Kind direkt und sagen Sie ihm konkret, worauf sich das Lob bezieht und was Sie von ihm wollen. Tadeln für das, was noch fehlt, gibt nicht wirklich Ansporn, es besser zu machen. 

Anschauen und ansprechen

Eltern wünschen sich oft die ungeteilte Aufmerksamkeit der Kinder. Sie wollen, dass ihre Kinder hören, was sie zu ihnen sagen. Um dies auch bewirken zu können, sollte folgendes beachtet werden:

  • mit dem Kind im gleichen Raum sein
  • mit dem Kind den Augenkontakt suchen, sich auf gleiche Höhe mit ihnen begeben.
  • Erst nach dem Blickkontakt mit dem sprachlichen Austausch beginnen

Kinder vergessen manchmal zuvor getroffene Vereinbarungen, sie halten sich nicht an Regeln usw. Es ist wichtig, mit den Kindern über solche Regelverstöße zu reden, sonst verlieren die Regeln und auch das Gesagte ihre/seine Bedeutung.

Alternativen aufzeigen und anbieten

Zeigen Sie Ihrem Kind Alternativen auf, wie es noch handeln kann und geben Sie ihm die Möglichkeit, aus den 2 oder 3 Alternativen zu wählen.

Ablenken und anregen

Bedeutet: Die Umgebung ändern, nicht das Kind! Heiße Herdplatten, Steckdosen, steile Treppen, wertvolle oder gefährliche Gegenstände sind die Herausforderungen und die täglichen Gefahrenzonen für ihr Kind. – Diese bedeuten auch Stress für Eltern. Sie können sich viel Stress und Ärger ersparen, wenn Sie Ihre Umgebung den Bedürfnissen und dem Entwicklungsstand der Kinder anpassen wie z. B. Steckdosen abdecken, steile Treppen mit einer Absperrung versehen. ...Sie sparen sich mit diesen Maßnahmen nicht nur Stress und Ärger sondern auch  viele Konflikte.

Konsequenzen tragen, nicht strafen

Strafen mögen ein störendes Verhalten zwar kurzfristig beenden, bieten den Kindern aber keine Möglichkeiten für anderes, erwünschtes Verhalten. Strafen werden als Erniedrigung empfunden, sie schränken ein, sind Ausdruck der Verweigerung – und sie schrecken ab, und sie können Gegengewalt hervorrufen. Vor allem verhindern sie die Auseinandersetzung mit dem Problem und fördern Umgehungsstrategien statt Einsicht. Strafen können nicht zuletzt auch die (Erziehungs-) Beziehung beeinträchtigen. Sie sind Ausdruck von Macht und Hierarchie.
Strafen werden oft in Wenn – dann – Sätzen vorangekündigt, sind also eigentliche Drohungen. Diese Drohungen können den Zusammenhang zwischen bestraftem Verhalten und Strafe auseinanderklaffen lassen: Wenn du die Hausaufgabe nicht machst, darfst du nicht fernsehen.
Konsequenzen stehen in direktem Zusammenhang mit dem Verhalten des Kindes. Sie sind natürliche Folgen eines Handelns oder Nichthandelns und sollen insofern Einsicht wecken. Sie beruhen durchaus auf Abmachungen und können ebenfalls in Wenn-dann-Sätzen formuliert sein. Aber: die Konsequenzen müssen vor der Grenzüberschreitung klar sein. Das Kind trägt somit die eigene Verantwortung, die Abmachung zu respektieren oder nicht.

Streiten/Konflikte konstruktiv lösen

Konflikte gehören zum menschlichen Dasein, sie sind Folgen unterschiedlicher Meinungen, trotzdem sind sie für die meisten Menschen unangenehm. Konflikte lösen bedeutet, sich mit anderen Menschen auseinander zu setzen.
Für die Lösung von Konflikten gibt es verschiedene Herangehensweisen:

  • Schauen Sie Ihr Kind an und sprechen Sie es direkt an. Sprechen Sie in der Ich-Form, verallgemeinern Sie nicht, sondern drücken Sie aus, was Sie selber meinen.
  • Lassen Sie Ihr Kind ausreden, fallen Sie ihm also nicht in Wort und achten Sie auf seine Bedürfnisse und Interessen.
  • Vermeiden Sie Beschuldigungen
  • Bleiben Sie beim Thema
  • Suchen Sie nach einer Lösung, mit der sich ihr Kind einverstanden erklären kann
  • Entscheiden Sie sich zusammen mit dem Kind für eine Lösungsvariante und treffen Sie danach klare Abmachungen.

Konflikte mit Kindern können völlig unvermittelt entstehen, etwa wenn Wünsche nicht erfüllt werden können. Konflikte können aber auch ganz allmählich – über Tage hinweg – wachsen und ausbrechen, ohne dass ein unmittelbarer Auslöser zu erkennen ist. Es liegt dann am Erziehenden, die Situation anzusprechen.

  • Sprechen Sie  ihren Ärger oder Ihre Frustration mit Ich-Aussagen an.
  • Sagen Sie dem Kind, was Sie beobachten und wie Sie sich dabei fühlen.
  • Überlegen Sie zusammen, welche Möglichkeiten bestehen, damit sich solche Situationen nicht wiederholen.
  • Entscheiden Sie sich gemeinsam für einen überprüfbaren Lösungsweg.

Bei Konflikten mit jüngeren Kindern müssen Sie den Konflikt allein eruieren. Nehmen Sie sich dafür Zeit und überlegen Sie, wie das Problem aus Ihrer Sicht aussieht und aus der Sicht des Kindes aussehen könnte. Suchen Sie nach Lösungsmöglichkeiten – wie bei anderen Konflikten und Problemen auch. Es zeugt von Stärke, wenn Sie für Konflikte für die Sie keine Lösung sehen, Hilfe von Dritten – Familienangehörigen, Freunden oder einer Fachstelle in Anspruch nehmen.

Wenn Ihnen die Geduld trotzdem ausgeht: Stopp – Denken vor Handeln!

Wir sind nicht immer imstande, ein sachliches, ruhiges Gespräch zu führen. Wichtig ist, dass wir versuchen, unsere Emotionen/Aggressionen in den Griff zu bekommen. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Sorgen Sie dafür, dass Sie sich zurückziehen können und Ihr Kind in der Zwischenzeit versorgt ist.
  • Atmen Sie tief durch
  • Gehen Sie für einen kurzen Zeitraum nach draußen – auf den Balkon, in den Garten, auf die Straße ...
  • Telefonieren Sie mit einer vertrauten Person
  • Suchen Sie Zerstreuung durch Ihre Lieblingsmusik, oder durch das Lesen in der Zeitung, in einem Buch

Auf jeden Fall: STOPP! Denken Sie nach, bevor Sie handeln!

aus: Kinderschutz Schweiz, Hirschengasse 8, Postfach 6949, CH-3001 Bern
http://kinderschutz.ch/cms/de/node/11

 


             

 

 

 

 

 

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